Gütesiegel mit begrenzter Aussagekraft, Interview mit Dr. Alexander Weissinger, KWB - Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH

Bei der Frankfurter Heizungsmesse ISH hatten im März die meisten Wärmepumpenhersteller bereits das ab September gültige Energieeffizienzlabel auf ihre Geräte geklebt. Für Pelletskessel soll es erst 2017 eingeführt werden. Dr. Alexander Weissinger, Forschungsleiter von KWB - Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH, hat als Delegierter des Normenausschusses CEN/TC 57 für Zentralheizungskessel an der Diskussion der EU-Dokumente mitgewirkt. Im Interview erläutert er die Auswirkungen des Labellings und seine Kritik an der Konzeption.

  1. http://sexoporwebcams.net/chat-live/hiden-cam-porn Herr Weissinger, befürchten Sie Nachteile für die Pelletsbranche, weil sie ihre Geräte noch nicht labeln darf, Wärmepumpenhersteller beispielsweise aber schon?
    Die diesjährige ISH war de facto der Auftakt für das Energieeffizienz-Labelling. Es haben nicht nur die Wärmepumpenhersteller, sondern auch Gas-, Öl- und Stromheizungsanbieter erstmals die Label an ihren Geräten angebracht und entsprechend beworben. Wir als Hersteller von Biomasseheizungen mussten die Beobachterrolle einnehmen. Der Grund ist leicht erklärt: Uns fehlt bis zum jetzigen Zeitpunkt die rechtliche Grundlage. Nachdem sich die Gestaltung der Richtlinien für die oben genannten Heizgeräte als deutlich schwieriger und aufwendiger als erwartet herausgestellt hatte, wurde die Bearbeitung der für Festbrennstoffkessel und Raumheizsysteme erforderlichen Dokumente an die Ergebnisse dieser Richtlinien gekoppelt. Mittlerweile haben die relevanten Schriftstücke die letzte Stufe vor der Veröffentlichung erreicht. Sie müssen teilweise noch im EU-Parlament abgestimmt werden, bevor sie veröffentlicht werden. Da das voraussichtlich im Herbst 2015 der Fall sein wird, wurde das Effizienzlabelling für die Biomasseheizungen auf den 1. April 2017 verschoben.
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  2. follow Wie bewerten Sie die Konzeption des Labels generell?
    Es ist unbestritten, dass die Energieeinsparung eines der wichtigsten Ziele der EU sein muss und das Energieeffizienzlabel daher seine Berechtigung hat. Bei Heizungssystemen beginnen die Schwierigkeiten in dem Bestreben, Systeme unterschiedlicher Energieträger in ein einheitliches Bewertungsschema pressen zu wollen. Das beeinträchtigt die Aussagekraft des Energieeffizienzlabels. Der Nutzer erhält eher einen systemübergreifenden Vergleich mit fraglicher Aussagekraft als ein wirklich belastbares Werkzeug zur Beurteilung verschiedener Produkte innerhalb einzelner Technologien. Vor allem aber bleiben die für die politischen Ziele relevanten Faktoren wie CO2-Einsparung, Emissionen oder tatsächlicher Primärenergiebedarf ausgeblendet. Die Energiekosten werden ebenfalls nicht abgebildet.
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  3. follow url Mit der Eco Design-Richtlinie definiert die EU zudem strenge Mindestanforderungen für Pelletskessel. Wie gut sehen Sie die Branche darauf vorbereitet?
    Es ist auf jeden Fall positiv und zu begrüßen, dass in Europa künftig einheitliche Grenzwerte und Messmethoden gelten. Für die Kesselindustrie ist es sicherlich ein Vorteil, da nicht für jedes Land ein gesonderter Nachweis erforderlich ist. Aber es war Aufklärungsarbeit dahingehend notwendig, dass Grenzwerte nicht einfach von einer Prüfmethodik auf eine andere übertragen werden können, ohne die Genauigkeit der Messmethode und die natürliche Schwankung bei einer Brennstoffzusammensetzung zu berücksichtigen. Mit den letztendlich beschlossenen Kriterien wurden strenge, aber realistische Grenzwerte festgelegt, die eine deutliche Reduktion der Emissionen bewirken können. Die besten Systeme, wie zum Beispiel auch unsere Anlagen, können diese Werte derzeit schon erreichen. Wir sehen uns daher gut vorbereitet.

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  4. hot webcam models Wer wird die Einhaltung der Standards kontrollieren?
    Das war eines der Themen, das die meisten Fragen aufgeworfen hat. Dem Willen der EU-Kommission gemäß liegt die Überwachung bei der Marktaufsicht und somit in der nationalen Verantwortung der Mitgliedsländer. Sie sind aufgefordert, ein funktionsfähiges System aufzubauen. Mein persönlicher Eindruck ist aber, dass derzeit die Organe der Marktaufsicht in den meisten europäischen Ländern mit einer chronischen Unterbesetzung kämpfen. Sie sind kaum in der Lage, minderqualitative Produkte aus dem Verkehr zu ziehen. De facto wird ein großer Teil der Kontrolle von Konsumentenschützern und Mitbewerbern betrieben werden.

  5. Neue Heizgeräte werden immer effizienter, doch die alten kaum ausgetauscht. Sie stoßen weiterhin den Großteil der Schadstoffe aus. Zielen die EU-Maßnahmen am eigentlichen Zweck vorbei?
    Unter der Voraussetzung, dass effektive Maßnahmen zur Marktaufsicht eingeführt werden, wird sich bei Öfen durch die Mindestanforderungen ab 2020 beziehungsweise ab 2022 eine Verbesserung der Emissionssituation ergeben. Aber bis 2020 ist es noch ein langer Zeitraum. Die besten Systeme halten die Emissionsgrenzwerte und Effizienzanforderungen ein und bewirken bereits jetzt eine Verbesserung der europäischen Luftsituation. Der Bestand der Heizungsanlagen in Europa ist stark überaltert. Das Energieeffizienzlabel alleine wird keine Abhilfe schaffen. Das ist nach meinem Eindruck auch den Verantwortlichen in der Kommission bewusst. Die Umsetzung der Gebäuderichtlinie 2010/31 EU wäre ein Mittel, den Kesseltausch anzuregen. Hier müsste in wiederkehrenden Überprüfungen regelmäßig die Eignung der Heizungssysteme für das bestehende Gebäude geprüft und Verbesserungsvorschläge gemacht werden.

 

Das Interview führte Joachim Berner für das Fachmagazins "Pellets - Markt und Trends" - www.pelletsmagazin.de

 

 


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